Stadtgemeinde Sankt Valentin

Warum Plastikfrei?

Diese Fakten sprechen gegen Kunststoff.


Auf Kunststoff zu verzichten scheint im ersten Moment unmöglich. Beim Rundgang durch den Supermarkt fällt eines auf: Plastikverpackungen soweit das Auge reicht. In manchen Fällen erscheinen uns die Verpackungen als ganz sinnvoll. Häufiger wären sie aber gar nicht notwendig oder einfach durch Papier oder Karton ersetzbar. All diese Verpackungen oder Einwegplastik-Produkte sind verantwortlich für immense Müllberge und tragen einen wesentlichen Teil zur Umweltverschutzung bei. Mindestsens genauso bedenklich ist, dass Kunststoff bzw. dessen Inhaltsstoffe auch in den menschlichen Körper gelangen und unsere Gesundheit negativ beeinflussen können. Hier ein paar Fakten:

100 kg Plastikmüll pro Person

Durchschnittlich 100 Kilogramm Plastik verbraucht ein Westeuropäer pro Jahr. Das sind für ganz Österreich ca. 0,92 Tonnen Müll pro Jahr. Der Großteil davon sind Verpackungen. Weniger als ein Drittel (28 %) des gesamten österreichischen Plastikmülls kann recycelt werden.

450 Jahre bis zum Zerfall

Kunststoff ist leicht, billig und langlebig. Doch genau diese Vorteile werden zum Problem. Die Massenware ist nahezu unzuerstörbar. Bis zu 450 Jahre kann es dauern, bis sich Plastik zersetzt. Wobei Global2000 zufolge davon ausgegangen wird, dass eine komplette Zersetzung durch Mikroorganismen gar nicht möglich sei.

150 Mio. Tonnen Plastik im Meer

To-Go-Becher, Plastiksackerl und Verpackungen landen in der Umwelt. Achtlos weggeworfen. Durch Wind und Witterung gelangen sie in die heimischen Gewässer und in weiterer Folge ins Meer. 40 Tonnen jährlich sind es, die allein von Österreich aus, über die Donau den Weg ins Meer finden. Die Gesamtsumme beträgt derzeit 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Man rechnet 2050 mit mehr Plastik als Fischen in den Meeren.

300.000 Tonnen Mikroplastik

Mikroplastik – Kleinstpartikel aus Kunststoff. Sie finden Anwendung in Peelings, Zahncremen und Kosmetika und gelangen so ins Abwasser. Außerdem entstehen diese Partikel im Zersetzungprozess. Laut Global2000 befinden sich derzeit 75.000 bis 300.000 Tonnen Mikroplastik in der Umwelt. Und es werden täglich mehr.

Mikroplastik in Tier und Mensch

Tiere verwechseln Mikroplastik mit Nahrung wie zB Plankton. So gelangen diese Partikel über die Nahrungskette auch in uns Menschen. Weiters wird davon ausgegangen, dass Lebensmittel, die während der Verarbeitung oder durch die Verpackung mit Kunststoff in Kontakt waren ebenfalls Mikroplastik in sich aufnehmen. 2018 wurde erstmal in einer Studie Mikroplastik in menschlichem Stuhl festgestellt. Und zwar bei allen Probanden der Studie.

Plastik als Gefahr für die Gesundheit

So praktisch Kunststoff auch sein mag, im Hinblick auf die Gesundheit sind die Inhaltsstoffe in Plastik nicht unproblematisch. Allen voran Weichmacher (Phtalate), Bisphenole (BPA, BPS etc) und bromierte Flammschutzmittel. Sie beeinflussen den menschlichen Hormonhaushalt, führen zu Missbildungen der Geschlechtsorgane, zu Unfruchtbarkeit und sie erhöhten das Krebsrisiko.

 

 
Quellen:
Christa Birmili, BA, Mami Coach St. Valentin
Umweltschutzorganisation Global 2000
Umweltbundesamt GmbH